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6. Oktober 2019

Anderen im Alltag Grenzen setzen

Foto: Impulse.de

Es begegnen einem im Leben immer wieder Menschen, die es noch nicht gelernt haben, gut bei sich bleiben zu können. Die im Kontakt viel eher mit ihrem Gegenüber beschäftigt sind anstatt ihre Gefühle und Körperempfindungen wahrzunehmen und dabei gut für sich selbst zu sorgen.

Die dann beispielsweise nachbohren, wenn du sagst, dass du über etwas nicht reden möchtest. Nach dem Motto:“ Ok, und darf ich fragen warum du darüber nicht reden möchtest?“ Oder die dann einfach zwei Sätze später nochmal mit dem gleichen Thema anfangen, über das du ja aber nicht reden möchtest. Wie reagierst du in so einer Situation? Sprichst du dann doch darüber, oder bleibst du standhaft?

Es gibt Menschen, die Sachen sagen wie: „Ich hab gesehen, du warst inzwischen mehrfach online. Hast du meine Nachricht denn noch nicht gelesen?“ – und die damit Druck in einem auslösen können und einen dazu bewegen können (sofern man sich nicht zu Genüge abgrenzen kann), dass man sich rechtfertigt, schneller wird und ja versucht, zu antworten, obwohl es einem grad gar nicht gut reinläuft. Vielleicht, weil man unbewusst Schuldgefühle entwickelt? Glaubt, man hätte etwas falsch gemacht und müsste anders, besser, schneller sein. Vielleicht, weil man Angst hat, den anderen verlieren zu können, wenn man ihm nicht das gibt, was er benötigt? Kannst du in solchen Momenten spüren, was es mit dir macht und bleibst du dann bei deinem Tempo und kümmerst dich um deine Gefühle?

Es gibt Menschen, denen gibst du eine private Information von dir preis und im nächsten Moment beginnen sie damit, diese Info zu bewerten, dich zu bewerten und dir einiges über dich und dein Leben zu erzählen, auf Basis dieser einen Information. Wo du nur denkst: „Oha! Das geht mir grad echt zu nah.“ Kannst du in so einem Moment, Stopp sagen, oder indirekt den Raum schließen, in dem du nicht mehr darauf reagierst, wegschaust und thematisch umlenkst?

Letztlich ist es so, dass diese Personen es noch nicht besser wissen und können. Und dass sie über ihre Art der Kommunikation versuchen, eine Verbindung herzustellen. Sich sicher und gewollt fühlen wollen. Es gibt nie (vielleicht mit Ausnahme von Menschen, die wirklich eine schwere emotionale Störung haben und nichts fühlen können) eine böse Absicht dahinter. Es geht immer um den natürlichen, ursprünglichen Wunsch nach Verbindung. Und jeder hat anders gelernt, wie Verbindung entstehen kann. Oder wie er sich sicher fühlen kann. Das hilft vielleicht schon einmal, einen weicheren Blick auf solche Situationen zu werfen, in denen Menschen unsere Grenzen überschreiten wollen.

Echte Verbindung ist für mich aber nur dann möglich, wenn man lernt, gut bei sich sein zu können. Wenn man die eigenen Bedürfnisse und Gefühle gut kennt, halten und äußern kann. Und dann auch viel eher dazu in der Lage ist, die Bedürfnisse und Gefühle anderer Menschen wahrnehmen zu können. Und auch akzeptieren zu können, dass andere Menschen für sich selbst einstehen. Grenzen setzen, Gefühle zeigen und damit gut für sich sorgen.

Ein erster wichtiger Schritt, um sich selbst gut abgrenzen zu lernen, ist meiner Erfahrung nach das Bewusstsein über sich selbst. Wer bin ich? Welche Bedürfnisse habe ich in welchen Momenten und wie kann ich dafür sorgen, dass ich diesen Bedürfnissen nachgehen kann? Welche Gefühle fühle ich und wie kann ich sie offen kommunizieren ohne dabei andere zu verletzen, andere schuldig zu sprechen? Wenn man sich hier bewusster wird und sich erprobt, wird man mehr und mehr selbstsicher und traut sich, Grenzen aufzuzeigen. Selbstverantwortlich zu handeln.

Ein weiterer Schritt ist es, zu begreifen, dass wir – egal was andere Menschen äußern oder tun – nicht dafür verantwortlich sind. Ich habe erst vor kurzem wirklich tief begriffen, dass ich ständig damit beschäftig gewesen war, Dinge zu mir rüber zu ziehen. Nach dem Motto: „Was hab ich jetzt schon wieder falsch gemacht? Ich bin schuld.“ Was unweigerlich dazu führte, dass ich glaubte, es direkt ausbessern zu müssen. Es ertragen zu müssen. Aus Angst heraus, sonst die Verbindung zu verlieren. Und aus Angst heraus, all die Schuld-Gefühle spüren zu müssen, die sich dann in mir auftun würden, wenn ich nicht sofort ausgleichend regieren würde oder es hinnehmen würde.

Was mir hier besonders auf tiefer Ebene geholfen hat ist: Zu lernen – auch dann, wenn andere mich kritisieren, sich von mir abwenden, es zu trennenden Momenten kommt – mit mir selbst weiter in Kontakt zu bleiben. Ganz bewusst zu spüren, was ich dann empfinde und mich dabei liebevoll zu halten. Mir viel Gutes zu tun und mir klar zu machen, dass ich immer in Verbindung mit mir sein kann – ganz unabhängig davon, wie sich andere Menschen mir gegenüber verhalten. Wer in der Lage, all seine Gefühle fühlen zu können, der wird frei.

Erst dann war es mir gut möglich, „Nein“ zu Dingen zu sagen, mich nicht so weit zu öffnen, wie es andere vielleicht gerne gehabt hätten. Um Dinge zu bitten. Schlechte Stimmungen nicht ausgleichen zu wollen, da ich keine Angst mehr haben musste, die Verbindung zu mir selbst zu verlieren, sollte sie in irgendeiner Form zu meinem Gegenüber abschwächen, oder gar getrennt werden, weil ich gut für mich sorge.

Ich hatte auch eine unglaubliche Angst davor, verbalen oder körperlichen Übergriffen erliegen zu müssen, wenn ich Grenzen setzen würde. (Eine Grenze kann so vieles sein – z.B. auch eine eigene Meinung zu äußern). Auch hier hat es mir geholfen, zu lernen, mich sanft zu behandeln, wenn Menschen auf meine Grenzsetzungen irritiert oder trennend reagierten. Mir klar zu machen, dass ich ok bin, auch wenn ich anders denke, handle.

In der Tiefe geht es für mich bei Grenzen um das Thema „Bindung“. Also, wie hast du gelernt, mit anderen Menschen in Verbindung sein zu können? Musstest du dabei, deine Grenzen überschreiten? Durftest du eine eigene Meinung haben und sie äußern? Und wie hat man darauf reagiert? Durftest du dich frei bewegen und deinen Bedürfnisse zeitnah nachkommen? Hat man dein „Nein“ und dein „Stopp“ (gleich) akzeptiert? Wie wurde damit umgegangen, wenn Menschen in eurer Gegenwart schlechte Stimmung hatten? Musstest du dich dann zurücknehmen oder etwas anderes Ausgleichendes tun?

Ich wusste stets, wo ich hinwollte in meinem Leben. Dahin, wo ich frei sein darf, ich selbst zu sein. Und dazu durfte ich mir anschauen, wo ich herkam. Denn dort sind all die Strategien entstanden, mit denen ich lange Zeit recht beschwert durch mein Leben gestolpert bin.

Wenn du dich auch auf die Reise zu dir selbst machen möchtest und damit auch lernen möchtest, dich gesund abzugrenzen, stabil auf dem Boden zu stehen, helfe ich dir gerne dabei:

Glücksbewusstsein. Entdecke dein wahres Selbst. Fühl dich frei, vertraue und lebe. Jetzt.

 ♥

Diana

Bei Fragen rund um mein Buch schreib mich gerne an:

herz@gluecklichgesund.net

 

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Hallo du Glückskind! 

Ich bin Diana und ich lebe ein Leben mit einer Belastungsstörung.

Es gibt viele Menschen da draußen, die schreckliche Erfahrungen in ihrem Leben machen mussten und nicht wissen, wie sie diesen Schmerz heilen können. Ich selbst gehöre zu ihnen dazu. Mein oft schwerer Weg hat mich gelehrt, dass es möglich ist trotz Angst und Depression “Ja” zum Leben sagen zu können. Ein lebendiges Leben mit Gefühl und innerer Freiheit ist trotzdem erfahrbar. Der Weg dahin ist sicher herausfordernd und nicht immer leicht. Doch mit jedem Schritt zu sich selbst wird er leichter. Beziehungen werden echter und tiefer. Das Leben wird als freier und sinnhafter erfahren. Du gelangst in deine innere Kraft und stehst immer mehr über dem, was dir geschehen ist. Du lässt los und beginnst endlich damit, zu leben!

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Lebe endlich!

Auch wenn heute mein letzter Tag wäre, ich würde ihn lebendig verbringen.

Würde singen und springen, würde Dinge vollbringen, die bloße Lebensfreude in mir verbreiten.

Ich würde Riesenrad fahren und Zugvögeln beim Wegfliegen zuschauen. Ich würde Sonnenuntergänge und das Spiegeln der blau-lila Wolken im Seewasser bestaunen.

Ich würde Freunde besuchen, mein Lieblingsessen kochen, ins Kino gehen und dann vielleicht noch auf mein Lied abrocken.

Jedenfalls würde ich aufstehen und rausgehen, weil ich muss nicht mehr liegen bleiben. Ich bin heute nicht mehr erschlagen. Und ich lass mich nicht länger von meinen Gedankengespenstern jagen.

Ich kann mich von meinem Leben vertrauensvoll leiten lassen. Ich kann die alte Last abwerfen und neue Wege sich vor mir ausbreiten lassen. Ich kann loslassen.

Meinen Kopf fallen lassen. Mich tragen und treiben lassen.

 

 

 

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