Wie zu hohe Ansprüche dein Leben sabotieren

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kopflastigkeit

Foto: ricidr.wordpress.com

von: Diana Krsteski

Ansprüche, Erwartungen, Forderungen entstehen im Kopf. Der Verstand stellt sie. Noch genauer: die Mischung aus Perfektions- Kritiker- und Leistungsminister erbauen sie.

Wenn du in deiner Kindheit in eben diesen inneren Stimm-Anteilen (ich nenn sie gerne Minister) besonders genährt wurdest, OHNE das es dafür den nötigen Ausgleich oder das „richtige“ Maß gegeben hat. DANN kann es sein, dass du dich auch noch heute (unbewusst) von diesen inneren Anteilen kraftzehrend lenken lässt.

Dass du an dich selbst sowie an andere viiiiiiel zu hohe Ansprüche stellst. Dass du gerne nörgelst, kritisierst, verbesserst, schwarz-weiß malst, antreibst, forderst, schnell eingeschnappt bist.

Alles 10000 fach durchdenkst, viel be-wertest, be-urteilst und dich darüber niemals wirklich angekommen fühlst. Weil du im Kopf und explizit unter dem unbewussten Über-Regiment dieser Anteile schlichtweg nicht ankommen kannst.

Denn Ankommen heißt: Annehmen, loslassen, Akzeptieren, sein lassen, gelassen sein.

All das findet nicht im Kopf statt. Es geschieht, wenn wir aufhören, unseren Gedanken zu folgen. Wenn wir aufhören, nach Sicherheit zu jagen. Wenn wir aufhören, die Dinge bis in den letzten Winkel wissen und versehen zu wollen.

Es geschieht dann, wenn wir in den Körper gelangen. Wenn wir tiefer gehen. Unserem Herzen folgen. Wenn wir uns bewusst dazu entscheiden, loszulassen.

Und loslassen heißt NICHT, dass es uns gänzlich verlässt. Die inneren Stimmen bleiben. Sie sind ein Teil von uns, sie sind unsere Prägungen. Doch wie können sie (los) lassen. Da sein lassen, unseren Fokus bewusst auf unser Leben lenken. Auf den Moment. Auf die Erfahrung. Und sie darüber in einen Modus bringen, der weniger streng, weniger dominant, weniger unausgeglichen ist.

Dazu dürfen wir uns bewusst machen, dass hinter der Kopflastigkeit das Bedürfnis nach Kontrolle steht. Die Angst, nicht genug zu sein. Die Angst kritisiert zu werden und nicht direkt zurückschlagen zu können, wenn wir nicht wach sind.

Es könnte uns dann in unserem Selbstwertgefühl schwächen, wenn wir nicht ständig auf der Hut sind, vor möglichen Angriffen. Wenn wir nicht ständig etwas leisten, um Anerkennung zu erhalten. Wenn wir nicht ständig andere kritisieren, um uns selbst dadurch wertvoller zu fühlen.

Manchmal hält uns dieses überstrapazierte Dreier-Team auch davon ab, tiefe Beziehungen einzugehen. Neues auszuprobieren, weil es uns weiß macht, dass der potentielle Partner nicht perfekt ist. Dass es noch besser geht. Dass es nicht passt. Oder dass die Zeit für die Selbstständigkeit, den Job-Wechsel noch nicht da ist. Erst muss das und jenes noch passieren und stimmen. Gegeben sein.

Und dabei steht dahinter abermals die Angst. Die Angst, einen Fehler zu machen. Die Angst eine Beziehung zu starten und darin die eigenen „Schwächen“, das eigene mangelnde Selbstwertgefühl zu spüren.

Ein anstrengender Job, der diesem Dreier-Gespann einst auferlegt wurde.

Weil man dich in deiner Kindheit vermutlich nicht gefühlt hat. Weil man dir das Gefühl gegeben hat, du alleine seist nicht genug. Weil du gelernt hast, dass du nur dann wer bist, wenn du etwas dafür tust. Weil man dich oft kritisiert hat und du unbewusst zu glauben begonnen hast, dass du nicht wertvoll seist – dass jede Kritik Gift für dich ist, das sofort neutralisiert werden muss.

Doch all das passiert nur dann, wenn du diese alten Glaubenssätze heute noch immer unbewusst in dir walten lässt.

Wenn du das Komitee noch immer im Untergrund frei laufen lässt. Wenn du an deinem fremd auferlegten dich schwächenden Selbstbild festhältst.

Wenn du dir hingegen bewusst machst, dass dieses Komitee auch keinen Bock auf diesen harten Job hat. Dass alle drei Anteile sich viel lieber mal ausruhen wollen – ihren Posten gelassen und ausbalanciert antreten möchten (dann sehen diese inneren Minister sicher auch deutlich junger und frischer aus).

DANN kannst du neu lernen. Kannst lernen, dein Selbstwertgefühl selbstbewusst aufzubauen. Kannst lernen, mit Kritik umzugehen. Sie nicht ständig abwehren müssen. Kannst lernen, deine Angst wahr zu nehmen und mit ihr zu gehen. Kannst lernen, dich selbst sowie andere weniger zu beurteilen und viel mehr zu beobachten. Anzunehmen. Zu akzeptieren. Usw.

Du lernst loszulassen. Das macht dich frei. Entspannt. Gelassen. Mutig und stärkt dein Vertrauen.

Lies meine Geschichte

Fast drei Jahrzehnte litt ich, vor allem körperlich, an meinen verdrängten Gefühlen der Angst, Wut, Trauer, Schuld, Eifersucht und Ohnmacht. Ich wurde zur äußerlich starken Kämpferin, die ihr Innenleben vollkommen verleugnete. Ich definierte meinen Selbstwert beinahe gänzlich über Leistung und die darauffolgende Anerkennung von außen. Blieben die Zurufe aus, fiel ich frustriert zusammen.

Ich lebte ein sehr anstrengendes leben, das mich innerlich mehr und mehr erschöpfte – bis ich schließlich völlig zusammenbrach und sich mir mein ganzes Gefühlsleben auf einen Schlag offenbarte. Ich wollte nicht mehr leben, so gewaltig waren die Energien, die sich endlich ihren Weg durch meinen Körper bahnten und abflossen.

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